© Iconic Awards, Foto: Lukas Schramm
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Iconic Awards 2026

Preisverleihung in München: 45 Projekte, eine gemeinsame Haltung

Die BMW Welt in München wurde am 6. Oktober 2026 zum Treffpunkt der internationalen Architektur- und Designszene. Rund 450 Gäste, darunter Architekt*innen, Designer*innen, Hersteller, Bauherrschaften und Projektentwickler*innen, würdigten 45 ausgezeichnete Projekte und fünf Sonderpreise. Sie nutzten die Plattform, um sich branchenübergreifend zu vernetzen und über die Zukunft des Planens und Bauens zu diskutieren.

„Die stärksten Projekte dieses ICONIC AWARDS-Jahrgangs verbindet nicht ein gemeinsamer Stil, sondern eine gemeinsame Haltung“, erläutert Lutz Dietzold (CEO, German Design Council). „Sie entwickeln aus den realen Herausforderungen unserer Zeit eine neue gestalterische Qualität.“

Programm am Tag der Preisverleihung

Bereits ab dem frühen Nachmittag konnten die Gäste im Foyer die frisch gedruckte Jahrespublikation Emerging Perspectives – ICONIC AWARDS 2026 durchblättern, ihre Urkunden abholen und sich an der Fotowand fotografieren lassen. Drei Expert Talks boten Gelegenheit, von Wissen und Erfahrung anderer Fachleute zu profitieren und aktuelle Fragestellungen zu vertiefen, bevor am Abend die Preisverleihung begann. Dabei trafen mit Best of Best oder Winner ausgezeichnete Preisträger*innen auf Juror*innen und Branchenexpert*innen.

Architektur als soziale Praxis

Im Panel „The New Normal – What Can Architecture Do?“ stand Architektur als soziale Praxis im Mittelpunkt. Moderiert von Jeanette Kunsmann und Jakob Schoof (DETAIL), diskutierten Caroline Nagel (COBE), Luo Yujie (LUO Studio), Lutz Henke (visitBerlin), Scott Lloyd (TEN) und Étienne Feher (ABF-LAB), was Entwerfen heute bedeutet, nämlich vor allem Zuhören. Wo der Entwurf als offener, forschender Prozess verstanden wird, entstehen Projekte, die lange relevant bleiben.
Ein zweiter Schwerpunkt lag auf dem Bestand. Sein Wert erschließt sich oft erst bei genauem Hinsehen, im Tragwerk ebenso wie im einzelnen Detail. Wie sehr sich ästhetische Urteile wandeln, zeigt das Berliner ICC: Lange umstritten und vom Abriss bedroht, steht der Bau heute unter Denkmalschutz. Ikonisch wird ein Ort nicht durch seine Form allein, sondern durch die Prozesse und Menschen, die ihn beleben.

Innenraumperformance

Im Expert Talk „Interior Performance“, moderiert von Alexander Gutzmer (Architekturjounalist), rückten Produktdesign und Architektur zusammen. Federico Ferretti (Haier Europe), Jung Jin Ho (Labotory), Ming Dang (Hong designworks) und Tobias Keyl (gmp Architekten) diskutierten, wie sich Komfort heute bemisst: nicht an einem starren Temperaturkorridor, sondern an Tageslicht, Zugang zu Grün und natürlicher Lüftung, auch wenn es im Sommer innen einmal wärmer wird.

Am Beispiel eines Hochhausprojekts in Guangzhou zeigte sich, wie traditionelle Klimastrategien wie Arkaden, Höfe und Durchlüftung in einen zeitgenössischen Turm übersetzt werden. Das Gebäude soll rund zwei Drittel des Jahres ohne mechanische Lüftung auskommen. Die Photovoltaik sitzt dort in der Fassade, wo ohnehin verschattet werden muss.

Die Leistung eines Innenraums ergibt sich aus dem Zusammenspiel aller Gestaltungsebenen, von der Gebäudehülle bis zum Produktdesign. Der Dialog zwischen Interior Design, Architektur und Produktentwicklung aus Korea, China, Deutschland und Italien zeigte, wie Raumgestaltung und Produktdesign einander bedingen.

Reallabor Bauen

Im Talk „Reallabor Bauen“ ging es darum, wie aus Pionierprojekten übertragbare Modelle werden und welche Akteure an der Umsetzung visionärer Ideen beteiligt sind. Auf dem Podium saßen Sebastian Holzhausen (Holzhausen Zweifel Architekten), Melissa Hellmann (FidCap Gruppe), Gregor Grassl (Drees & Sommer) sowie Frank Werner Otto (C.F. Møller).

Das Gespräch verband unterschiedliche Maßstäbe: Holzhausen brachte einen kleinmaßstäblichen Ansatz ein, FidCap Gruppe und Drees & Sommer ergänzten Trends, Planung und Umsetzbarkeit. Ziel war es, Entwicklungen früh zu erkennen und Ansätze, die sich im Kleinen bewähren, auf größere Vorhaben zu übertragen.

Holzbau im Jahrgang

Wie präsent Holzbau im Jahrgang ist, zeigen zwei Beispiele auf unterschiedlichen Maßstabsebenen: die Bushaltestelle in Zürich von Holzhausen Zweifel Architekten und das ausgezeichnete M-Plaza der FidCap Gruppe. Sie machen sichtbar, wie Holzbau in unterschiedlichen Bauaufgaben eingesetzt und weitergedacht wird.

Keynote

Die Keynote des Abends hielt Xu Tiantian (DnA_Design and Architecture), ausgezeichnet als Architects of the Year 2026. Sie beschrieb Architektur als Werkzeug sozialer und räumlicher Entwicklung, das auf vorhandenem Material, Landschaft und bestehenden sozialen Strukturen aufbaut. Diesen Ansatz hat sie in ländlichen Regionen Chinas erprobt.

Sichtbar über den Abend hinaus

Alle ausgezeichneten Projekte präsentieren wir dauerhaft in unserem Online-Showroom.

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